Archiv der Kategorie: Sport

„Echte Champions für den Frieden“

Zur Zeit findet das Frauenfußball-Festival Discover Football in Berlin mit acht Mannschaften aus der ganzen Welt statt. Unter den Teilnehmerinnen ist auch das „Peace-Team“ mit sechs Spielerinnen aus Israel und sechs Spielerinnen aus den Palästinensischen Gebieten, das vom israelischen Peres Center for Peace und der palästinensischen Al Quds Association for Democracy and Dialogue betreut wird.

Das "Peace Team" mit dem Gesandten Emmanuel Nahshon und weiteren Diplomaten

Die Botschaft des Staates Israel hat für das israelisch-palästinensische Team am Montag, 12. Juli, einen kleinen Empfang gegeben. Der israelische Gesandte, Emmanuel Nahshon, bezeichnete die Spielerinnen als „echte Champions für den Frieden“ und überreichte dem Team einen Pokal mit der Gravur „Champions of Peace“.

Der Gesandte E. Nahshon überreicht die Pokale an die Palästinenserin Lana und die Israelin Natali

Die Palästinenserin Lana (24) betonte, während der gemeinsamen Zeit hätten Israelis und Palästinenser viel voneinander und übereinander lernen können. Ihre israelische Teamkameradin Josselin (32) ergänzte, die jungen Frauen hätten schon viel Spaß zusammen gehabt. Es sei ein großer Unterschied, ob man sich ein Urteil übereinander aus der Entfernung bilde oder sich über den Sport plötzlich sehr nahe komme und tatsächlich kennen lerne.

Natali aus Israel und Rudayna aus den paläst. Gebieten

Auch außerhalb des Platzes treten die Spielerinnen inzwischen als Team auf, so die Beobachtung der Betreuer. Den größten Zusammenhalt zeigten sie jedoch während ihrer Fußballspiele, von denen das Team bislang zwei gewann.

Das Fußballfestival „Discover Football“ endet am 13. Juli.

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WM: Immer mehr Israelis für die deutsche Elf

Die deutsche Fußballnationalmannschaft erfreut sich derzeit auch in Israel immer größer werdender Beliebtheit. Aus einer Umfrage, die die Zeitung Yedioth Ahronot am Sonntag durchgeführt hat, geht hervor, dass ganze 30.5% der männlichen Bevölkerung darauf hoffen, dass Deutschland Weltmeister wird. Das in Israel traditionell beliebte niederländische Team liegt nur mit einem minimalen Vorsprung von 0.6% vor den Deutschen.

Der Schwerpunkt der Umfrage wurde auf die männlichen Befragten gelegt, da fast die Hälfte der israelischen Frauen (45.6%) keinen WM-Favoriten ihr Eigen nennt; bei den Männern sind es lediglich 13.6%.

Auf dem dritten Platz auf der Favoritenliste folgt Spanien mit 23%; dahinter liegt weit abgeschlagen Uruguay mit lediglich 8.1%.

Israelische Fußballfans

Überraschend ist auch, dass 13.6% aller männlichen Befragten von Turnierbeginn an auf der Seite von Joachim Löws Team standen. Die Deutschen erreichten damit nach Brasilien (22%) und Argentinien (20%) den dritten Platz auf der Beliebtheitsskala.

(Yedioth Ahronot, 05.07.10)

Koexistenz durch Fußball

Rund 350 israelische, palästinensische und jordanische Schulkinder im Alter zwischen zehn und 14 Jahren haben kürzlich an einem großen Fußballturnier im Wolfson-Hodorov-Stadium in Holon teilgenommen. Dabei handelte es sich um den alljährlichen Höhepunkt der Aktivitäten der Organisation Mifalot.

Mifalot wurde 1997 von den Eigentümern des Fußballvereins Hapoel Tel Aviv gegründet und arbeitet auf die Überbrückung sozialer, politischer, religiöser und ethnischer Klüfte im Nahen Osten durch gemeinsames Fußballspiel hin. Vorsitzender der Organisation ist der frühere Knesset-Vorsitzende Avraham Burg.

Foto: Miflaot

„Die ganze Idee besteht darin, dass sie [die Kinder] sich kennenlernen, Stereotypen aufbrechen und so zwanglos lernen,  dass die andere Seite nicht aus Dämonen besteht, wie es in den Nachrichten manchmal den Anschein hat“, sagt Gal Peleg, der Entwicklungsleiter von Mifalot.

Die Kinder arbeiten das Jahr über paarweise in verschiedenen Projekten zusammen und nehmen gemeinsam an Freizeitaktivitäten teil. Einmal im Jahr treffen sich dann alle zu dem großen Turnier.

Der junge Israeli Ofir, der an dem Turnier teilnahm, berichtet begeistert: „Sie sind nicht anders als wir. Ich bin froh, dass wir uns so treffen konnten. Der Palästinenser Tarek aus Umm al-Hir meint: „Das gemischte Spiel hat mir das Gefühl vermittelt, dass wir beginnen können, Frieden zu machen und das Leben durch Fußball zu genießen.“

Zu den prominenten Gästen der Veranstaltung zählten neben Avraham Burg auch Israels Minister für regionale Entwicklung, Silvan Shalom, und Andrew Stanley, der Leiter der EU-Mission in Israel.

Oberste Reihe, 4. von rechts: Avraham Burg; links daneben Silvan Shalom.

Weitere Informationen zu Mifalot


(Yedioth Ahronot, 13.06.10)

Fahr Rad!

Tour d'Israel im Negev

Das sozial-wirtschaftliche Kabinett hat einem 100 Millionen Schekel (21,4 Mio. Euro) teuren 5-Jahres-Plan zugestimmt, 4.900 km Radwege im ganzen Land zu bauen.

Im Fahrrad-Tourismus werden weltweit Milliardenbeträge erwirtschaftet, so das Tourismus-Ministerium, und Israel hat mit den richtigen Investitionen das Potential zu einem Anzugspunkt für Radfahrer zu werden.

Um dies zu erreichen, wird das Ministerium 4.900 km Radwege in hauptsächlich ländlichen Gegenden schaffen – vor allem im Negev und Galiläa mit Verbindungen zu den großen Bevölkerungszentren. Gegenwärtig gibt es im Land 600 km Radwege, 1.400 km befinden sich im Bau.

„Der Ausbau der Infrastruktur für Radfahrer wird das Angebot für Touristen abseits der großen Städte weiter vervielfältigen und kleine und mittelständische Unternehmen durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze unterstützen. Fast 80 Prozent der Radwege werden im Negev und Galiläa für 40 Mio. Schekel (10,7 Mio Euro) entstehen und zweifellos wird diese Investion sowohl aus regionaler Perspektive als auch für die gesamte Wirtschaft lohnend sein,“ teilte Tourismus-Minister Stas Meseznikov (Israel Beiteinu) mit.

(JPost, 9.6.2010)