Archiv der Kategorie: Kultur

Siegfried-Unseld-Preis für Oz und Nusseibeh

Der berühmte israelische Schriftsteller Amos Oz wird gemeinsam mit seinem palästinensischen Kollegen Sari Nusseibeh den diesjährigen Siegfried-Unseld-Preis erhalten. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung wird seit 2004 alle zwei Jahre verliehen.

Amos Oz

In der Begründung der Auswahlkommission heißt es:

„Sari Nusseibeh und Amos Oz loten in ihren literarischen Autobiographien Es war einmal ein Land. Ein Leben in Palästina (Verlag Antje Kunstmann 2008) und Eine Geschichte von Liebe und Finsternis (Suhrkamp Verlag 2004) das Leben im Israel und Palästina gemeinsamen historischen Raum aus. Die beiden Bücher erzählen, mit Blick über die Trennmauer hin zum anderen, die Geschichte des eigenen Volkes. Mit der Entscheidung für Sari Nusseibeh und Amos Oz wird zugleich das Engagement der Autoren für eine Versöhnung beider Nationen und eine dauerhafte gewaltlose Koexistenz zweier Staaten geehrt.“

Der Preis wird am 28. September, dem Geburtstag des großen deutschen Verlegers, im Berliner Rathaus vergeben.

(Suhrkamp Verlag, 22.07.10)

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David Grossmann erhält Friedenspreis des deutschen Buchhandels

Der israelische Schriftsteller David Grossmann wird den diesjährigen Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten. Das gab der Vorsteher des deutschen Börsenvereins, Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, heute bekannt. Die Verleihung findet am 10. Oktober in der Frankfurter Paulskirche statt.

In der Begründung des Stiftungsrates heißt es u.a.: „Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein im Jahr 2010 David Grossman und ehrt damit den israelischen Schriftsteller, der sich aktiv für die Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern einsetzt. In seinen Romanen, Essays und Erzählungen versucht er, nicht nur die eigene, sondern immer auch die Haltung der jeweils Andersdenkenden zu verstehen und zu beschreiben. David Grossman gibt dem schwierigen Zusammenleben eine literarische Stimme, die in der Welt gehört wird.”

David Grossman, geboren 1954 in Jerusalem, zählt zu den einflussreichsten Schriftstellern und Journalisten Israels. In seinen Romanen und Erzählungen, Essays und Kinderbüchern, die in mehr als dreißig Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet wurden, setzt er sich vor allem mit der Identität seines Landes und dem israelisch-palästinensischen Konflikt auseinander. Er beteiligt sich zudem aktiv an der politischen Debatte um eine friedliche Lösung im Nahen Osten.
Bereits während seines Studiums der Philosophie und Theaterwissenschaften arbeitet David Grossman als Nachrichtenredakteur, Hörspielautor und -sprecher beim israelischen Rundfunk. 1983 veröffentlicht er mit „Das Lächeln des Lammes“ (dt. 1988) seinen ersten Roman. Mit dem 1986 erscheinenden Roman „Stichwort: Liebe“ (dt. 1991) über die zweite nachfolgende Generation der Opfer der Shoah und der Reportagensammlung „Der gelbe Wind“ (1987, dt. 1988) über das Verhältnis zwischen Israelis und Arabern wird er weltweit bekannt.


Foto: Kobi Kalmanovitz

David Grossman hat für seine schriftstellerisches Werk und sein politisches Engagement zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Nelly-Sachs-Preis (1991), Premio Mondello (Italien, 1996), Manès Sperber-Preis (2002), Bialik Prize (Israel, 2004), Emet-Prize (Israel, 2007), Geschwister-Scholl-Preis (2008) und den Albatros-Preis (2010).

David Grossman ist verheiratet und hat drei Kinder, er lebt in Mevasseret Zion, einem Vorort von Jerusalem.

Weitere Informationen

(Börsenverein des Deutschen Buchhandels, 10.06.10)

Mittelalterlicher Aquädukt in Jerusalem freigelegt

Bei Kanalisationsarbeiten nahe dem Sultanteich in Jerusalem ist ein Teil des alten Aquädukts der Stadt freigelegt worden. Bei anschließenden Ausgrabungsarbeiten entdeckten Archäologen der Israelischen Altertumsbehörde (IAA) eine spektakuläre Brücke, die Teil der alten Wasserleitung zum Tempelberg war.

Foto: IAA

„Die Brücke, die noch am Ende des 19. Jahrhunderts zu sehen war und auf alten Fotographien erscheint, wurde im 20. Jahrhundert verdeckt. Wir waren begeistert, als sie während der Ausgrabungen plötzlich wieder in all ihrer Pracht erschien“, berichtet Yehiel Zelinger von der IAA. „Die Route des niedrig gelegenen Aquädukts von den Salomon-Teichen nahe Bethlehem bis zum Tempelberg ist Wissenschaftlern gut bekannt; große Teile davon wurde am Rand des Viertels Yemin Moshe und am Hang neben der Westmauer der Altstadt dokumentiert.“

Zelinger erläutert weiter: „Die Brücke wurde 1320 [in der Mamelucken-Periode] von Sultan Nasser al-Din Muhammed Ibn Qalawun gebaut, wie sich aufgrund der Weihinschrift erkennen lässt. Offensichtlich wurde sie jedoch gebaut, um eine frühere Brücke aus der Zeit des Zweiten Tempels zu ersetzen, die Teil des ursprünglichen Aquädukts war.“

(Außenministerium des Staates Israel, 10.05.10)

Israel-Tag auf der EXPO in Shanghai

Im israelischen Pavillon auf der gegenwärtigen Weltausstellung 2010 in Shanghai ist am Donnerstag ein Israel-Tag zelebriert worden. Der Schwerpunkt lag dabei auf israelischen Errungenschaften in den Bereichen Unternehmertum, Innovation und Kreativität. Als Gäste waren u. a. Finanzminister Yuval Steinitz und Umweltschutzminister Gilad Erdan angereist

Foto: expo2010

Die Errichtung des israelischen Staatspavillons war von einem aus Vertretern mehrerer Ministerien unter Führung des Außenministeriums zusammengesetzten Lenkungsausschuss betrieben worden. Sein einzigartiges Design und die zum Einsatz gekommenen Technologien machen ihn zu einem der aufregendsten und faszinierendsten Pavillons auf der gesamten EXPO, die 192 Staaten und 50 internationale Organisationen beherbergt.

Hier die offizielle Website des Pavillons

(Außenministerium des Staates Israel, 06.05.10)