Botschafter Ben-Zeev im Hamburger Abendblatt

Foto: BILD

Israels Botschafter in Deutschland, Yoram Ben-Zeev hat in einem Kommentar für das Hamburger Abendblatt die Möglichkeit eines Friedens im Nahen Osten bekräftigt – trotz aller Fährnisse in der Region.

„Man kann verschiedener Meinung sein über Schritte, die Israel im Lauf seiner Entwicklung unternommen hat. Tatsache ist jedoch, dass unser Staat von einem Meer des Hasses und der Feindschaft umgeben war  – und leider ist. Diese Mauer des Hasses zu durchbrechen ist unsere Aufgabe und Verpflichtung. Friedensverträge mit Ägypten und Jordanien haben wir bereits geschlossen, wir werden weiter an einer Übereinkunft mit den Palästinensern und den Nachbarstaaten arbeiten. Hinsichtlich der  Verhandlungen mit den Palästinensern müssen neben Themen wie Grenzen, Jerusalem und Flüchtlinge drei zentrale Punkte geklärt werden: Ist Israel bereit, die Zwei-Staaten Lösung zu akzeptieren, zu implementieren und ihr entsprechend zu handeln? Als jemand, der sich seit den Verträgen von Oslo intensiv mit den Friedensverhandlungen beschäftigt, sage ich mit voller Überzeugung: Ja, Israel hat dies akzeptiert. Ministerpräsident Netanyahu hat sich im Juni 2009 in der Bar-Ilan-Universität diesbezüglich eindeutig geäußert. Was die beiden anderen Punkte angeht, bin ich weniger optimistisch.

Sind die Palästinenser und die arabische Welt bereit, den Konflikt endgültig zu beenden? Anders gefragt: Wenn wir in unseren Verhandlungen zu einer Übereinkunft gelangen sollten, würden die Palästinenser und die arabischen Staaten anschließend tatsächlich keinerlei weitere Forderungen an Israel stellen? Ich bin sicher: Wenn es auf palästinensischer und arabischer Seite eine solche klare und öffentlich bekundete Bereitschaft gäbe, könnten wir einen echten Frieden mit allen unseren Nachbarn erreichen. Das dritte Thema ist die Gefahr, die vom Iran ausgeht. Die Menschen haben zum Nahostkonflikt verschiedene Ansichten. Das ist legitim. Es hilft jedoch nicht, die Augen vor der Realität zu verschließen. Wir erleben eine zunehmende Radikalisierung mit besorgniserregendsten Auswüchsen im Iran. Israel, die moderaten arabischen Staaten und der größte Teil der Weltgemeinschaft sind besorgt über das Bestreben des Iran, eine Atombombe zu besitzen. Klar ist: Ein atomar bewaffneter Iran würde es nicht zulassen, dass die ersten beiden genannten Punkte erreicht werden.

Der Iran unternimmt schon jetzt alles, um jegliche Möglichkeit einer friedlichen Lösung zu torpedieren, indem er Terrororganisationen wie Hamas und Hisbollah unterstützt. Wenn Ahmadinedschad sagt, Israel müsse von der Landkarte verschwinden, dann meint er, was er sagt, und sagt, was er meint. Die Frage ist, wie wir damit umgehen.

Trotz allem bin ich aber überzeugt, dass die meisten Menschen im Nahen Osten der Wunsch eint, in Frieden zu leben. Sicherlich – der Prozess ist schwierig. Doch er ist nicht unmöglich!“

Das vollständige Interview gibt es unter dem folgenden Link

(Hamburger Abendblatt, 05.05.10)

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